Die EU treibt die Digitalisierung der Frachtbeförderung konsequent voran: Mit der eFTI-Verordnung (electronic Freight Transport Information) müssen Behörden ab dem 9. Juli 2027 elektronisch übermittelte Frachtdaten akzeptieren. Für Speditionen bedeutet das nicht sofort eine Pflicht zur Digitalisierung – wohl aber eine handfeste Chance, sich frühzeitig Vorteile bei Kontrollen und Verwaltungsaufwand zu sichern.
Was ist eFTI und was ändert sich zum 9. Juli 2027?
Die EU-Verordnung 2020/1056 über elektronische Frachtbeförderungsinformationen verpflichtet die zuständigen Behörden aller Mitgliedstaaten, gesetzlich vorgeschriebene Transportinformationen in elektronischer Form zu akzeptieren – vorausgesetzt, Unternehmen stellen sie im vorgeschriebenen Format über zertifizierte eFTI-Plattformen bereit. Ab dem 9. Juli 2027 gilt diese Pflicht für Behörden EU-weit in vollem Umfang.
Diese Transportarten sind betroffen
Die eFTI-Verordnung deckt grundsätzlich alle Transportmodi ab: Straßen- und Schienengüterverkehr, Binnenschifffahrt sowie Luftfrachttransporte. Damit betrifft sie praktisch jede Spedition, die grenzüberschreitend oder auch nur innerhalb Deutschlands mit gesetzlich vorgeschriebenen Frachtdokumenten arbeitet.
Pflicht für Behörden, Chance für Speditionen
Wichtig für die Praxis: Speditionen, Frachtführer und Frachteigentümer werden durch die Verordnung nicht gezwungen, ausschließlich digitale Frachtdokumente zu nutzen – analoge Papiere bleiben vorerst weiterhin möglich. Verpflichtet werden in erster Linie die Behörden, digital eingereichte Daten zu akzeptieren und papierlose Kontrollen zu ermöglichen. Wer aber schon vor dem Stichtag auf digitale Frachtdaten umstellt, profitiert von schnelleren, papierlosen Kontrollen und geringerem Verwaltungsaufwand – ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber Speditionen, die weiterhin ausschließlich mit Papierdokumenten arbeiten.
eFTI-Plattformen und zertifizierte Anbieter
Damit Behörden die Daten akzeptieren, müssen sie über zertifizierte eFTI-Plattformen übermittelt werden. Diese Plattformen stellen sicher, dass Format und Datenstruktur den EU-weiten Vorgaben entsprechen, und ermöglichen den standardisierten Austausch zwischen Wirtschaftsbeteiligten und Kontrollbehörden.
Wie eFTI-Daten technisch übermittelt werden
Die zentralen Ziele der eFTI-Verordnung sind die Digitalisierung der Frachtbeförderung und Logistikdienste, die Senkung von Verwaltungskosten sowie die Verbesserung von Effizienz und Nachhaltigkeit im Verkehr. Praktisch bedeutet das: Frachtdaten werden einmalig digital erfasst und stehen dann sowohl für die eigene Disposition als auch für behördliche Kontrollen zur Verfügung – Mehrfacherfassung und Medienbrüche entfallen.
So profitieren Speditionen von der frühzeitigen Umstellung
Auch wenn der Stichtag für Behörden erst 2027 verbindlich wird, lohnt sich der frühzeitige Umstieg schon jetzt.
Weniger Verwaltungsaufwand bei Kontrollen
Digital vorliegende Frachtdaten lassen sich bei Straßenkontrollen deutlich schneller prüfen als Papierdokumente. Das spart Standzeiten und reduziert den administrativen Aufwand für Disponenten und Fahrer gleichermaßen.
Digitale Frachtbriefe (eCMR) als erster Schritt
Ein naheliegender erster Schritt auf dem Weg zu eFTI-Konformität ist die Umstellung auf den elektronischen Frachtbrief (eCMR). Wer diesen bereits nutzt, hat einen großen Teil der technischen und organisatorischen Grundlagen für die spätere eFTI-Anbindung bereits geschaffen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eFTI und wen betrifft die Verordnung?
eFTI steht für „electronic Freight Transport Information“ und bezeichnet die EU-Verordnung 2020/1056, die Behörden verpflichtet, elektronisch übermittelte Frachtdaten zu akzeptieren. Betroffen sind grundsätzlich alle Transportmodi und damit praktisch jede Spedition und jeder Frachtführer in der EU.
Ab wann gilt die eFTI-Pflicht in Deutschland?
Ab dem 9. Juli 2027 gilt die eFTI-Verordnung EU-weit in vollem Umfang. Ab diesem Datum müssen die zuständigen Behörden über zertifizierte Plattformen elektronisch eingereichte Frachtdaten akzeptieren.
Muss meine Spedition auf eFTI umstellen?
Eine gesetzliche Pflicht zur ausschließlich digitalen Bereitstellung besteht für Unternehmen aktuell nicht – analoge Frachtdokumente bleiben zulässig. Wer jedoch von schnelleren Kontrollen und geringerem Verwaltungsaufwand profitieren möchte, sollte die Umstellung frühzeitig angehen.
Welche Software unterstützt eFTI-konforme Frachtdokumente?
Moderne Speditionssoftware mit digitaler Auftragsabwicklung und elektronischem Frachtbrief (eCMR) bildet die technische Grundlage für eine spätere eFTI-Anbindung. telematik123 berät dazu, welche Schnittstellen für Ihre bestehende Speditionssoftware sinnvoll sind.
Was passiert bei einer Kontrolle mit digitalen Frachtdaten?
Liegen die vorgeschriebenen Frachtinformationen digital und über eine zertifizierte Plattform vor, können Kontrollbehörden diese direkt einsehen und prüfen, ohne dass Papierdokumente vorgelegt werden müssen – das beschleunigt den Kontrollvorgang spürbar.
Wie bereite ich meine Spedition auf eFTI 2027 vor?
Ein sinnvoller erster Schritt ist die Umstellung auf digitale Auftragsabwicklung und den elektronischen Frachtbrief (eCMR). Darauf aufbauend lässt sich die Anbindung an zertifizierte eFTI-Plattformen vorbereiten, sobald entsprechende Anbieter und Standards für Ihre Branche etabliert sind.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand der eFTI-Verordnung wieder (Juli 2026). Die konkrete Umsetzung zertifizierter Plattformen befindet sich EU-weit noch im Aufbau – für eine rechtssichere Einschätzung empfehlen wir die Rücksprache mit Ihrem Branchenverband oder Rechtsberater.
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